F.A.Q.
Der Pilgerweg des Heiligen
Franziskus
 
   
 

 

 


Die Fragen,
die am häufigsten gestellt werden

 

 

“Joseph Roth – Flucht ohne Ende

"Ich weiß nur, dass es nicht die Unruhe war,
wie man sagt, die mich angetrieben hat.
Ganz im Gegenteil – eine absolute Ruhe.
Ich habe nichts zu verlieren.
Ich bin weder mutig noch neugierig auf Abenteuer.
Ein Wind treibt mich voran,
und ich fürchte mich nicht,
unterzugehen.

 

1. Was ist ein Pilgerweg?
Viele Male habe ich diese Frage gehört und oft habe ich geantwortet: “Nimm deinen Rucksack auf die Schulter, begib dich auf den Weg und du wirst es wissen“.
Obwohl ich sicher bin, dass dies die einzig mögliche Antwort ist, weil nur die eigene Erfahrung eine direkte Antwort auf unsere Fragen gibt. Ich möchte gerne einige Worte über das sagen, was für mich eine Reise bedeutet, ohne irgendeinen Anspruch auf Objektivität zu erheben. Für mich bedeutet es, meine Seele zu schultern, die Sicherheiten und Gewohnheiten hinten zu lassen, sowohl mein Gepäck als auch meine Ansprüche – seien sie seelischer als auch praktischer Natur - auf ein Minimum zu reduzieren und in eine unbekannte Welt aufzubrechen, in der das Unbekannte nicht der Pfad ist, den ich verfolge oder die Frage wo ich schlafen werde; Details, die ich bereits weiß mit Hilfe des Führers und der Karten, noch meine Beziehung zu den Plätzen, die ich durchwandere und die Leute, die mich grüßen werden am Ende des Tages (ein Teil einer Tapete, die gewebt worden ist für uns von jenen Menschen, die diese ideale Route angelegt haben); Das Unbekannte bin ich selbst, jenseits einer Muschel, die ich für mich selbst konstruiert habe und die das Leben, in all seinen Facetten, um mich herum geformt hat.

2. Aber was ist nun der Unterschied zwischen einem Pilgerweg und Trekking?
Von der praktischen Seite her keiner. Ich stehe jeden Tag auf, packe meinen Rucksack und mache mich auf den Weg, genieße die Schönheit der Orte, die ich durchwandere, unterhalte mich mit Leuten, die ich treffe oder mit meinen Reisegefährten. Ich komme an meinem Ziel an, erhole mich und am nächsten Tag fange ich von vorn wieder an. Es ist meine Einstellung, die sich ändert, vielleicht ist „der Ruf“ auf eine Reise zu gehen, verschieden: es mag vielleicht daran liegen, dass man den Wunsch verspürt, auf eine Trekkingtour zu gehen und es wird verständlicher sobald man unterwegs ist. Wenn jemand Richtung Santiago oder Rom, oder…….aufbricht und was immer auch geschehen möge tief in unserem Innern, es kommt zutage, für jeden von uns auf seine Art, verschieden und einmalig. Es bricht mir das Herz wenn ich Leute, die nie diese Erfahrung gemacht haben, reden höre: „Pilgern ist ja heute so modern, viele machen es als Sport, um einen billigen Urlaub zu haben“. Sie sagen dies weil sie so tun als ob sie wüssten was in den Herzen anderer vor sich geht, obwohl sie oft selbst nicht wissen, was in ihren eigenen vor sich geht. Ich kann das nicht gut heißen, weil ich sicher nicht wusste warum ich ausgerechnet die spanischen Pilgerwege gewählt hatte, aber trotz allem ging ich los, wie so viele andere, mit offenem Herzen und Vertrauen.

3. Was ist der Unterschied zwischen dem geschichtlichen Pilgerweg und jenem vom Franziskus?
Der häufigste Kommentar, den ich höre, ist:
„Es gibt kein Ziel; für gewöhnlich führt eine Reise zum Grab eines Heiligen; diese Reise sollte in Assisi enden“.
Sie haben Recht; es gibt einen Unterschied: diese Reise soll den Pilgern helfen in Gesellschaft des „Heiligen von der Straße“ zu wandern und indem sie seinen Fußstapfen folgen und einige seiner wichtigsten Plätze in seinem menschlichen und geistigen Leben durchwandern, entdecken sie das, was das Leben uns heute noch nach 800 Jahren zu sagen hat. Es ist wahrlich wunderbar Assisi zu erreichen, in der warmen Dunkelheit der Krypta der Basilika zu sitzen: Es ist als ob man das schlagende Herz der Reise erreicht hätte, aber das ist nicht unsere Absicht. Wir wandern weiter und tragen noch die wunderbare Last eines solchen Augenblicks; Tatsächlich entdecken wir erst später, solange wir wandern oder wenn wir heimgekommen sind, was der Weg für jeden einzelnen bedeutete, der Weg, der die von der Zeit abgenützten Knochen lebendig hält. Wir kommen nicht an, es ist eher so, dass wir unsere Reise entlang von Pfaden oder durch das Leben mit dem Reisegefährten weiterführen, den wir Schritt für Schritt besser kennen gelernt haben, indem wir, so wie er, verstehen warum wir überhaupt auf diese Reise gegangen sind; Vielleicht wird unsere eigene Reise kurz sein, wir werden sicher weniger radikal in unserer Wahl als er sein, aber für wenige Augenblicke haben wir erahnt, was er suchte; das sind wir beide gewesen, so wie er, „Pilger und Fremder“, mit allem, was es an Schönem und Schwierigem gegeben hat.

4. Was sind nun wirklich die Schwierigkeiten?

Der meiste Teil des Weges geht entlang von Pfaden; wer nach Santiago gepilgert ist wird ihn schwieriger finden wegen der langen Gebirgsstrecken, die aber weder Schwierigkeiten noch Gefahren bergen.
Einige Abschnitte sind eher lang weil es bis heute noch keine möglichen Zwischenunterkünfte gibt.
Aber die wunderbare Einsamkeit der toskanischen und umbrischen Hügel ist hinterher von vielen ganz besonders betont worden. Man braucht sicherlich viel Erfahrung; man muss wissen, was es heißt, einen Rucksack 16 Tage lang auf dem Rücken zu tragen; man braucht Geduld und eine „positive Einstellung zum Abenteuer“ wenn, so wie es oft passiert, man nicht alle paar Meter einen Pfeil findet, wie jene am Weg nach Santiago: man wird mit dem Führer in der Hand unterwegs sein müssen, um sicher zu gehen, auf dem richtigen Weg zu sein.

5. Werde ich immer Essen und Unterkunft finden?
Die Unterkünfte, die im Führer erwähnt sind, sind von jenen entdeckt worden, die bereits die Reise beendet haben und es gibt dir die Gewissheit, dass du am Ende des Tages ein Dach über deinem Kopf haben wirst. Mehrere neue Adressen sind seit der ersten Ausgabe des Führers hinzugefügt worden, und viele werden noch wegen der ständig steigenden Zahl von Pilgern, die diesen Weg gehen, hinzukommen. Die einzige Schwierigkeit, bis jetzt, ist die Voranmeldung in den Herbergen, Klöstern oder was auch immer. Man sollte sich sogar einige Tage früher anmelden.

6. Wie viel wird es mich kosten?
Das hier ist nicht Spanien. Das Leben in Italien ist teurer und wir besitzen noch kein „Netzwerk“ von Herbergen, wie das in Spanien der Fall ist. Aber Tag für Tag fügen wir neue hinzu, die dem Pilger ein Willkommen für einige Euros ermöglichen oder für eine wenig größere Spende, je nach Geldtasche; manchmal handelt es sich um private Häuser von gastfreundlichen Leuten, die bereit sind, ihre Türen zu öffnen, um Gäste hereinzulassen, deren „Augen voll des Windes und des Regens von ihren Wegen“ sind.

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